Was ist ein Freitextangebot?

Ein Freitextangebot beschreibt und bepreist Leistungen in frei formulierten, projektspezifischen Positionen, statt ausschließlich standardisierte Leistungstexte zu verwenden. Es eignet sich für kleinere Aufträge, individuelle Leistungen und wiederkehrende eigene Angebotstexte – sofern Umfang, Einheit, Menge, Annahmen und Preis eindeutig bleiben.

Ein Angebot in den eigenen Worten

Bei einem Freitextangebot formuliert das Unternehmen seine Leistungen selbst. Statt jede Position aus einem Standardleistungsbuch zu übernehmen, beschreibt es den konkreten Auftrag in eigenen, verständlichen Positionen. Das ist besonders praktisch bei Servicearbeiten, kleineren Umbauten, individuellen Fertigungen und wiederkehrenden Leistungspaketen.

„Freitext“ bedeutet nicht „formlos“. Der Auftraggeber muss erkennen können, was enthalten ist, wie gerechnet wird und welche Annahmen oder Ausschlüsse gelten.

So ist ein Freitextangebot aufgebaut

  • Empfänger, Projekt und Gültigkeitsdauer
  • kurze Ausgangslage oder Angebotsgegenstand
  • Abschnitte und einzelne Leistungspositionen
  • Beschreibung, Einheit, Menge, Einheitspreis und Gesamtbetrag
  • klar gekennzeichnete Optionen oder Alternativen
  • Konditionen, Zahlungsbedingungen und Umsatzsteuer
  • Annahmen, Ausschlüsse und bauseitige Leistungen
  • Gesamtsumme und eindeutige Annahmemöglichkeit

Ein schwaches und ein gutes Beispiel

Zu ungenau wäre: „Geländer anpassen, pauschal 3.500 Euro.“ Besser ist: „Bestehendes Stahlgeländer im Treppenhaus demontieren, vor Ort um 180 mm kürzen, Endpfosten neu verschweißen, Schweißstellen grundieren und Geländer wieder montieren; 1 Stück; pauschal 3.500 Euro. Deckbeschichtung bauseits.“ Der zweite Text zeigt Arbeit, Umfang und Ausschluss.

Freitext oder standardisierte Leistungsbeschreibung?

Standardtexte sind hilfreich, wenn eine detaillierte, einheitliche und zwischen Beteiligten bekannte Beschreibung gefordert ist. Freitexte sind flexibler, wenn die Leistung individuell, überschaubar oder als eigenes Paket angeboten wird.

Beides lässt sich kombinieren. Ein Angebot kann Standardpositionen für den Hauptumfang und Freitexte für projektspezifische Ergänzungen enthalten. Maßstab sollte die Klarheit von Leistung und Risiko sein – nicht die Anzahl der Textzeilen.

Von der Anfrage zum angenommenen Angebot

  1. Leistungsumfang, Mengen und offene Fragen klären.
  2. Das Angebot in sinnvolle Abschnitte und Positionen gliedern.
  3. Personal, Material, Geräte, Nachunternehmer und Zuschläge kalkulieren.
  4. Annahmen, Ausschlüsse und Optionen sichtbar formulieren.
  5. Berechnungen, Steuer und Konditionen vor Versand prüfen.
  6. Spätere Änderungen mit nachvollziehbarer Version ausgeben.
  7. Den angenommenen Umfang in den Projektprozess übernehmen.

Typische Fehler

„Nach Aufwand“ ohne vereinbarte Sätze, „einschließlich aller Nebenarbeiten“ ohne Grenze und „wie besprochen“ ohne Dokumentation erzeugen unnötige Streitpunkte. Vorlagen werden ebenfalls riskant, wenn alte Mengen, Projektnamen oder Ausschlüsse unbemerkt stehen bleiben. Ein gutes Freitextangebot ist konkret genug für die Entscheidung und kompakt genug, um gelesen zu werden.

Freitextangebote mit Caturix

Mit Caturix Angebote lassen sich eigene Positionen mit Beschreibung, Einheit, Menge und Preis aufbauen, gliedern und als einheitliches PDF ausgeben. Wiederkehrende Inhalte können als Vorlage genutzt, Positionen verschoben oder kopiert und Angebote dupliziert werden. Nach Annahme entsteht aus denselben Daten das Projekt – ohne erneutes Abtippen.

Häufige Fragen zum Freitextangebot

Wann ist ein Freitextangebot sinnvoll?

Bei kleineren oder individuell zusammengesetzten Leistungen, für die ein eigener verständlicher Text treffender ist als ein umfangreiches Standardleistungsverzeichnis. Wiederkehrende Leistungen können als Vorlage gepflegt werden.

Kann ein Angebot Freitext und Standardpositionen kombinieren?

Ja. Standardisierte Leistungen und projektspezifische Freitexte können in einem Angebot kombiniert werden. Wichtig ist, dass Gliederung, Einheiten und Preislogik für den Empfänger konsistent bleiben.

Was muss in einer Freitextposition stehen?

Der Text sollte Leistungsumfang, Qualität, Einheit und Abgrenzung verständlich machen. Hinzu kommen Menge, Preis und relevante Annahmen. Formulierungen wie „Arbeiten wie besprochen“ sind ohne dokumentierten Bezug zu ungenau.

Quellen und fachliche Prüfung

Die Inhalte werden redaktionell geprüft. Bei Normen und Standards nennen wir die verwendeten Primärquellen; allgemeine Begriffe basieren auf erprobter Baupraxis in Deutschland und der DACH-Region.

Caturix: Angebote erstellen – Funktionsübersicht zu frei formulierten Angebotspositionen.

GAEB: STLB-Bau FAQ – ordnet den höheren Aufwand frei formulierter Leistungsbeschreibungen gegenüber standardisierten Texten ein.

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Fachlich geprüft am · Redaktion: Caturix App AG