Was ist ein Baukostenplan nach DIN 276?

Ein Baukostenplan nach DIN 276 gliedert die Kosten eines Bauprojekts einheitlich in Kostengruppen und begleitet die Kostenermittlung vom frühen Planungsstand bis zur Abrechnung. In Deutschland ist DIN 276 die zentrale Struktur für Kostenplanung und -kontrolle. Sie ist nicht mit dem Schweizer Baukostenplan BKP gleichzusetzen.

Die einheitliche Struktur für Baukosten in Deutschland

DIN 276 ordnet die Kosten eines Bauprojekts in eine hierarchische Kostengliederung ein. Dadurch erhalten Bauherren, Planer und Projektsteuerung eine gemeinsame Grundlage für Kostenermittlung, Entscheidungen, Kontrolle und Dokumentation über die Planungs- und Ausführungsphasen hinweg.

Ein Baukostenplan nutzt diese Struktur, um Budget, beauftragte Leistungen, Änderungen, Prognosen und abgerechnete Kosten vergleichbar darzustellen. Die aktuell anzuwendende Normausgabe und die benötigte Gliederungstiefe sollten zu Projektbeginn festgelegt werden.

Die Kostengruppen auf der ersten Ebene

  • 100 Grundstück
  • 200 vorbereitende Maßnahmen
  • 300 Bauwerk – Baukonstruktionen
  • 400 Bauwerk – technische Anlagen
  • 500 Außenanlagen und Freiflächen
  • 600 Ausstattung und Kunstwerke
  • 700 Baunebenkosten
  • 800 Finanzierung

Weitere Ebenen untergliedern diese Gruppen detaillierter. Welche Tiefe sinnvoll oder gefordert ist, hängt vom Stand der Planung und vom Zweck der Kostenermittlung ab.

Wofür wird der Kostenplan genutzt?

  • Kostenrahmen, Kostenschätzung und Kostenberechnung gliedern
  • Budgets und freigegebene Beträge eindeutig zuordnen
  • Vergaben, Nachträge und Rechnungen in einer Struktur zusammenführen
  • Soll-, Auftrags-, Prognose- und Ist-Kosten vergleichen
  • Kostenabweichungen rechtzeitig erkennen
  • Erfahrungswerte über Projekte hinweg auswerten

Ein einfaches Beispiel

Für eine untergeordnete Kostengruppe sind 420.000 Euro vorgesehen. Aufträge im Wert von 365.000 Euro wurden vergeben, genehmigte Nachträge erhöhen die Verpflichtung um 18.000 Euro und die aktuelle Prognose liegt bei 401.000 Euro. Da alle Werte derselben Kostengruppe zugeordnet sind, wird die Entwicklung sichtbar, bevor nur noch Schlussrechnungen vorliegen.

Kostenplan und Leistungsverzeichnis

DIN 276 beantwortet: Wo gehört dieser Betrag in der Projektkostenstruktur hin? Das Leistungsverzeichnis beantwortet: Welche konkrete Bauleistung wird beschrieben, angeboten und abgerechnet?

Ein Leistungsverzeichnis kann viele Positionen enthalten, die einer Kostengruppe zugeordnet werden. Der Kostenplan ersetzt keine detaillierte Leistungsbeschreibung; eine einzelne Leistungsposition ersetzt keine projektweite Kostenstruktur.

Ein belastbarer Kostenkontrollprozess

  1. Normausgabe, Gliederungstiefe und Zuordnungsregeln festlegen.
  2. Budget, Aufträge, Nachträge, Prognosen und Rechnungen nach derselben Logik führen.
  3. Unklare Sammelposten vermeiden oder transparent aufteilen.
  4. Zuordnungen während des Projekts regelmäßig prüfen.
  5. Änderungen an Struktur und Zuordnungen dokumentieren.
  6. Ergebnisse in der Nachkalkulation mit derselben Grundlage vergleichen.

Häufige Fehler

Wenn Budget, Auftrag und Rechnung unterschiedlich zugeordnet werden, vergleicht eine vollständig aussehende Auswertung nicht denselben Leistungsumfang. Auch verschiedene Normausgaben oder eigene Unternehmenscodes sollten nur mit dokumentierter Zuordnung gemischt werden. Ein Zahlencode allein genügt nicht; Bezeichnung und Zuordnungsregel müssen verständlich bleiben.

Kostenplanung und Caturix

DIN 276 bleibt die übergeordnete Projektkostenstruktur. Caturix liefert operative Daten aus Angeboten, Leistungspositionen, Projekten, Zeiten und Baustellenberichten. Der Betrieb sollte festlegen, wie Angebote und Projekte auf seine Kostenstruktur Bezug nehmen, damit Vorkalkulation und Nachkalkulation denselben Umfang vergleichen.

Häufige Fragen zur Kostenplanung

Welche Kostengruppen hat DIN 276?

Auf der ersten Ebene unterscheidet DIN 276 acht Gruppen: 100 Grundstück, 200 vorbereitende Maßnahmen, 300 Bauwerk – Baukonstruktionen, 400 Bauwerk – technische Anlagen, 500 Außenanlagen und Freiflächen, 600 Ausstattung und Kunstwerke, 700 Baunebenkosten sowie 800 Finanzierung.

Was ist der Unterschied zwischen DIN 276 und Leistungsverzeichnis?

DIN 276 gliedert Projektkosten. Ein Leistungsverzeichnis beschreibt konkrete Bauleistungen mit Positionen und Mengen für Angebot, Vergabe, Aufmaß und Abrechnung. Leistungspositionen können für die Kostenkontrolle Kostengruppen zugeordnet werden, ersetzen die Kostenstruktur aber nicht.

Ist der Schweizer BKP dasselbe wie DIN 276?

Nein. BKP nach SN 506 500 und DIN 276 sind unterschiedliche nationale Ordnungssysteme mit eigener Logik. Codes und Gruppen dürfen nicht allein aufgrund ähnlicher Bezeichnungen gleichgesetzt werden.

Quellen und fachliche Prüfung

Die Inhalte werden redaktionell geprüft. Bei Normen und Standards nennen wir die verwendeten Primärquellen; allgemeine Begriffe basieren auf erprobter Baupraxis in Deutschland und der DACH-Region.

DIN Media: DIN 276:2018-12 – Kosten im Bauwesen – offizielle Produktinformation zur standardisierten Kostenermittlung, Kostengliederung und Kostenkontrolle.CRB: Baukostenplan BKP – offizielle Übersicht zum Schweizer Baukostenplan nach SN 506 500.

CRB: Baukostenplan Hochbau eBKP-H – Einordnung der elementbasierten Kostenstruktur.

CRB: Verbindungen zum NPK – Hinweise zur Beziehung zwischen Kosten- und Leistungsstrukturen.

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