Was ist der Baukostenplan (BKP)?
Die Schweizer Ordnung für Baukosten
Der Baukostenplan BKP gliedert die Kosten eines Bauprojekts nach ausführungsorientierten Arbeitsgattungen. Er ist als Schweizer Norm SN 506 500 veröffentlicht und schafft eine einheitliche Struktur für Kostenvoranschlag, Ausschreibung, Vergabe, Kostenkontrolle und Abrechnung.
Statt jede Ausgabe frei zu benennen, ordnet der BKP sie einer hierarchischen Kostengruppe zu. Dadurch lassen sich Projektstände, Vergaben und Rechnungen auch dann vergleichen, wenn viele Planer und Unternehmen beteiligt sind.
Wofür wird der BKP verwendet?
- Kostenschätzungen und Kostenvoranschläge strukturiert darstellen
- Ausschreibungs- und Vergabepakete nach Arbeitsgattungen gliedern
- Budgets und freigegebene Beträge eindeutig zuordnen
- Offerten, Werkverträge, Nachträge und Rechnungen zusammenführen
- Soll-, Vergabe-, Prognose- und Ist-Kosten vergleichen
- Kennwerte über Projekte hinweg konsistent auswerten
Ein Beispiel für die Anwendung
Ein Projektteam führt für eine Arbeitsgattung ein Budget von CHF 420'000. Nach den Ausschreibungen sind CHF 365'000 vergeben, bewilligte Nachträge erhöhen die Verpflichtung um CHF 18'000 und die aktuelle Prognose liegt bei CHF 401'000. Weil alle Werte derselben BKP-Gruppe zugeordnet sind, wird die Entwicklung sichtbar, bevor nur noch Schlussrechnungen vorliegen.
BKP und NPK erfüllen verschiedene Aufgaben
Der BKP beantwortet: Wo in der Kostenstruktur gehört dieser Betrag hin? Der Normpositionen-Katalog (NPK) beantwortet: Welche konkrete Bauleistung wird beschrieben, offeriert und abgerechnet?
Ein Leistungsverzeichnis kann viele NPK-Positionen enthalten, die für die Kostenübersicht einer BKP-Gruppe zugeordnet werden. Der Kostenplan ersetzt also keine detaillierte Leistungsbeschreibung, und eine Leistungsposition ersetzt keine projektweite Kostenstruktur.
BKP und eBKP-H
Der BKP ist ausführungsorientiert und folgt Arbeitsgattungen. Der eBKP-H betrachtet Kosten nach Elementen beziehungsweise Bauteilen. In frühen Planungsphasen ist die Elementsicht oft nützlich, weil noch keine vollständigen Vergabepakete vorliegen. Mit zunehmender Ausführungsreife gewinnt die arbeitsgattungsorientierte Sicht an Bedeutung. Die Zuordnung zwischen beiden muss bewusst und konsistent erfolgen.
So bleibt die Kostenstruktur brauchbar
- Zu Projektbeginn wird festgelegt, welche Ausgabe und Gliederung des Kostenplans gilt.
- Budget, Vergaben, Nachträge, Prognosen und Rechnungen verwenden dieselbe Zuordnungslogik.
- Unklare Sammelpositionen werden vermieden oder transparent aufgeteilt.
- Verantwortliche prüfen Zuordnungen nicht erst beim Projektabschluss.
- Änderungen an Struktur und Mapping werden dokumentiert.
- Die Nachkalkulation vergleicht Ist-Kosten mit derselben belastbaren Grundlage.
Häufige Fehler
Wenn Budget, Auftrag und Rechnung unterschiedlich codiert sind, sieht eine Auswertung zwar vollständig aus, vergleicht aber nicht dieselben Inhalte. Auch alte und neue Kostenplan-Ausgaben sollten nicht ungeprüft vermischt werden. Der Code allein genügt nicht: Bezeichnung, Projektkontext und Zuordnungsregel müssen verständlich bleiben.
Baukosten und Caturix
Der BKP bleibt die übergeordnete Kostenstruktur des Projekts. Caturix liefert dazu die operativen Daten aus Offerten, Leistungspositionen, Projekten, Zeiten und Rapporten. Damit Soll und Ist sinnvoll vergleichbar werden, sollte der Betrieb festlegen, wie seine Angebote und Projekte auf die verwendete Kostenstruktur Bezug nehmen. So reicht die Linie von der Vorkalkulation bis zur Nachkalkulation.
Häufige Fragen zum Baukostenplan
Was ist der Unterschied zwischen BKP und NPK?
Der BKP gliedert Kosten nach Arbeitsgattungen und dient der Kostenplanung und -kontrolle. Der NPK beschreibt konkrete Bauleistungen in standardisierten Positionen für Leistungsverzeichnis, Offerte und Abrechnung. Eine NPK-Position kann einer BKP-Kostengruppe zugeordnet werden, beide Systeme erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Was ist der Unterschied zwischen BKP und eBKP-H?
Der BKP ist ausführungs- beziehungsweise arbeitsgattungsorientiert. Der eBKP-H gliedert Kosten elementbasiert nach Bauteilen. Welcher Plan passt, hängt von Projektphase und Auswertungsziel ab; in einem Projekt können beide Sichtweisen verwendet werden.
Ist der BKP in Deutschland üblich?
Nein. Der BKP nach SN 506 500 ist ein Schweizer Ordnungssystem. In Deutschland wird für die Kostengliederung typischerweise DIN 276 verwendet. Die Systeme sollten nicht nur anhand ähnlich klingender Gruppen gleichgesetzt werden.
Quellen und fachliche Prüfung
CRB: Baukostenplan BKP – offizielle Übersicht zum Schweizer Baukostenplan nach SN 506 500.
CRB: Baukostenplan Hochbau eBKP-H – Einordnung der elementbasierten Kostenstruktur.
CRB: Verbindungen zum NPK – Hinweise zur Beziehung zwischen Kosten- und Leistungsstrukturen.