Was beinhaltet die Vorkalkulation?

Die Vorkalkulation ermittelt vor Auftragsbeginn die voraussichtlichen Kosten einer Leistung. Berücksichtigt werden unter anderem Personal, Material, Fahrzeuge, Maschinen, Fremdleistungen, Gemeinkosten und Risiken. Auf dieser Grundlage entstehen Einheitspreise, Angebotssumme und erwartete Marge.

Warum ist die Vorkalkulation entscheidend?

Eine Offerte kann preislich attraktiv wirken und trotzdem Verlust bringen. Die Vorkalkulation prüft deshalb vor der Abgabe, welcher Aufwand voraussichtlich entsteht und welcher Verkaufspreis daraus abgeleitet wird. Sie macht Annahmen sichtbar und schafft eine Grundlage für spätere Vergleiche.

Im Bau beginnt die Kalkulation häufig bei einem Leistungsverzeichnis, einer Anfrage oder eigenen Positionen. Jede Leistung wird in benötigte Ressourcen und Kostenbestandteile zerlegt.

Typische Kostenbestandteile

     
  • Lohnkosten nach Funktion und erwartetem Zeitaufwand
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  • Materialmengen, Einkaufspreise, Verschnitt und Transport
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  • Fahrzeuge, Maschinen, Geräte und Miete
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  • Leistungen von Subunternehmen
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  • Baustellen- und Unternehmenskosten
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  • Risiken, Preisunsicherheiten und notwendige Reserven
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  • Zuschläge, Rabatte, Abzüge und gewünschter Deckungsbeitrag

Ein sinnvoller Kalkulationsablauf

     
  1. Leistung, Mengen und Ausführungsbedingungen prüfen.
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  3. Arbeitsschritte und benötigte Ressourcen bestimmen.
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  5. Mengen und Zeitansätze realistisch schätzen.
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  7. Einstands- und Fremdkosten mit aktuellem Stand einsetzen.
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  9. Gemeinkosten, Risiken und Zuschläge nachvollziehbar ergänzen.
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  11. Einheitspreise, Gesamtpreis und erwartetes Ergebnis prüfen.
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  13. Annahmen und Abgrenzungen in der Offerte klar benennen.

Vereinfachtes Beispiel

Für eine Position werden 40 Arbeitsstunden, Material im Einkauf von CHF 3'600, eine Maschine für zwei Tage und ein Transport benötigt. Diese direkten Kosten werden um die betrieblich festgelegten Gemeinkosten, projektspezifische Risiken und den gewünschten Ergebnisanteil ergänzt. Entscheidend ist nicht ein einzelner Zuschlag, sondern dass die verwendeten Werte zum Betrieb und zur Leistung passen.

NPK und Vorkalkulation

Der Normpositionen-Katalog NPK strukturiert die Leistungsbeschreibung. Die Kalkulation ergänzt dazu Menge, Aufwand und Preis. Standardisierte Positionen sparen keine fachliche Prüfung: Variablen, Vorbemerkungen, Ausführungssituation und Mengen müssen weiterhin verstanden werden.

Die Vorkalkulation endet nicht mit dem Zuschlag

Nach Auftragserteilung werden die Kalkulationswerte zu Planwerten für Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Projektsteuerung. Während der Ausführung zeigen Stunden, Material und Ausmass, ob die Annahmen noch stimmen. Nach Projektabschluss liefert die Nachkalkulation das entscheidende Feedback.

Digital kalkulieren

Wenn Leistungsverzeichnis, Positionen, Preise und Projekt digital verbunden sind, müssen Daten nicht mehrfach übertragen werden. Mit Caturix Offerten können freie und NPK-basierte Angebote aufgebaut, kalkuliert und dem späteren Projekt zugeordnet werden.

Häufige Fragen zur Vorkalkulation

Kann ohne Leistungsverzeichnis kalkuliert werden?

Ja. Bei kleineren oder selbst definierten Leistungen kann das Unternehmen eigene Positionen aufbauen. Leistungsumfang, Mengen und Annahmen müssen trotzdem klar beschrieben sein.

Wie aktuell müssen die Grundlagen sein?

Preislisten, Lohnansätze und Erfahrungswerte sollten regelmässig gepflegt werden. Veraltete Stammdaten erzeugen selbst bei sauberer Rechenlogik ein unzuverlässiges Ergebnis.

Ist die kalkulierte Marge bereits der Projektgewinn?

Nein. Sie ist eine Erwartung auf Basis der verwendeten Kosten und Annahmen. Erst die tatsächlichen Mengen, Kosten und Erlöse zeigen im Soll-Ist-Vergleich das reale Ergebnis.

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