Was ist eine Nachtragsofferte?
Wann braucht es eine Nachtragsofferte?
Bauprojekte verändern sich. Der Bauherr wünscht ein anderes Material, eine Planung wird angepasst oder eine notwendige Zusatzleistung war im ursprünglichen Umfang nicht enthalten. Ist die neue Leistung vor der Ausführung ausreichend klar, kann sie in einer Nachtragsofferte beschrieben und kalkuliert werden.
Der Nachtrag sollte den Bezug zum Hauptauftrag behalten, aber als eigene Änderung erkennbar sein. So lässt sich später nachvollziehen, welcher Preis zum ursprünglichen Umfang gehört und welcher durch die Änderung entstanden ist.
Was gehört in die Nachtragsofferte?
- Projekt, Hauptofferte oder Vertrag als Referenz
- Anlass und kurze Beschreibung der Änderung
- klare Leistungspositionen mit Mengen und Einheiten
- Einheits- oder Pauschalpreise und Konditionen
- Auswirkungen auf Termine, Etappen oder andere Leistungen
- Annahmen, Abgrenzungen und nicht enthaltene Arbeiten
- Version, Datum und Status der Freigabe
Beispiel
Nach Auftragsvergabe verlangt die Bauherrschaft bei zwölf Fenstern zusätzliche Absturzsicherungen. Die ursprüngliche Offerte enthält diese Leistung nicht. Das Unternehmen erstellt einen Nachtrag mit Beschreibung, zwölf Stück, Material, Montageaufwand und Terminwirkung. Erst nach der Abstimmung wird die Änderung in die Ausführungsplanung übernommen.
Nachtrag oder Regiearbeit?
Eine Nachtragsofferte eignet sich, wenn Umfang und Preis vorab kalkuliert werden können. Regiearbeit wird nach dem effektiven Aufwand abgerechnet und ist sinnvoll, wenn dieser noch nicht zuverlässig bekannt ist oder eine Arbeit kurzfristig beginnen muss. Wird eine dringende Zusatzarbeit in Regie ausgeführt, sollte der Anlass trotzdem klar dokumentiert werden.
Vom Nachtrag zum Ausmass
Nach Annahme wird der Nachtrag Teil der Projektgrundlage. Seine Positionen sollten in Planung, Ausführung und Ausmass getrennt vom Hauptumfang nachvollziehbar bleiben. Damit lässt sich später zeigen, welche Mengen zum ursprünglichen Auftrag und welche zum Nachtrag gehören.
Häufige Fehler
- Der Nachtrag beschreibt nur einen Betrag, aber keine konkrete Leistung.
- Der Bezug zur ursprünglichen Position oder Planänderung fehlt.
- Terminfolgen und Voraussetzungen werden nicht erwähnt.
- Mehrere Versionen zirkulieren ohne eindeutigen Status.
- Ausgeführte Mengen werden später nicht dem Nachtrag zugeordnet.
Nachtragsofferten digital verwalten
Eine digitale Nachtragsofferte kann direkt mit dem bestehenden Projekt und der Hauptofferte verknüpft werden. Positionen, Dokumente und Status bleiben dadurch zusammen. Mit Caturix Offerten lassen sich Nachträge als eigene Offerten am Projekt führen, statt sie in E-Mails und separaten Tabellen zu verlieren.
Häufige Fragen zur Nachtragsofferte
Sollte der Nachtrag vor der Ausführung freigegeben sein?
Wenn Zeit und Situation es zulassen, schafft eine vorgängige Abstimmung die grösste Klarheit. Bei dringenden Arbeiten sollte mindestens dokumentiert sein, wer welche Änderung veranlasst hat und wie der Aufwand festgehalten wird.
Ist ein Nachtrag automatisch Teil des Hauptvertrags?
Die vertragliche Wirkung hängt von Vereinbarung, Freigabe und Projektgrundlagen ab. Operativ sollte der Status deshalb eindeutig dokumentiert und nicht aus einer mündlichen Erinnerung abgeleitet werden.
Kann ein Nachtrag NPK-Positionen enthalten?
Ja. Wenn passende Positionen vorhanden sind, kann ein Nachtrag wie das Hauptleistungsverzeichnis strukturiert werden. Individuelle Zusatzleistungen lassen sich als klar bezeichnete Eigentexte ergänzen.